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  • Studie
    RAND Journal of Economics, 01.10.2002

    (eigene Übersetzung und Zusammenfassung)

    „Wir untersuchten, wie sich der Wechsel eines Krankenhauses von einem Nonprofit-Krankenhaus zu einem Forprofit-Krankenhaus bzw. umgekehrt auf die Qualität und die Kosten für den Hospitalaufenthalt auswirkt.

    Wir stellten fest, dass 1 bis 2 Jahre nach dem Wechsel in ein Forprofit-Krankenhaus die Mortalität der Patienten (die für Außenstehende schwer zu erkennen ist) ansteigt, die Profitabilität des Krankenhauses deutlich ansteigt und die Personalausstattung absinkt. Nach dieser Zeit ist der Qualitätsabfall deutlich niedriger.

    Ein ähnlicher Qualitätsabfall ist nicht zu beobachten, wenn Krankenhäuser aus einem Forprofit-Krankenhaus in ein Nonprofit-Krankenhaus wechseln.

    Die Daten wurden aus der nationalen Langzeitbehandlungsbeobachtung (NLTCS) gewonnen, die in den Jahren 1982, 1984, 1989 und 1994 durchgeführt wurde. Insgesamt wurden 35.845 Medicare-Patienten in die Datensätze einbezogen.

    Es wurden 91.892 Krankenhausentlassungen während 1984 und 1995 untersucht. Nachdem Wiederaufnahmen wegen desselben Falles ausgeschlossen wurden, verblieben 73.503 Krankenhausaufnahmen aus 3.645 Krankenhäusern.

    Von diesen Häusern wechselten 133 von öffentlichen oder privaten Nonprofit-Krankenhäusern in Forprofit-Krankenhäuser. Aus diesen Krankenhäusern überprüften wir 2.592 Krankenhausentlassungen, die sich entweder vor, während oder nach dem Wechsel abspielten.
    81 Krankenhäuser wechselten von Forprofit-Krankenhäuser in öffentliche oder private Nonprofit-Krankenhäuser. Von diesen Krankenhäusern untersuchten wir 949 Aufnahmen aus der Periode vor, während oder nach dem Wechsel.

    Bei den Krankenhäusern, die von öffentlichen oder privaten Nonprofit-Krankenhäusern in Forprofit-Krankenhäuser wechselten, war die mittlere Mortalitätsrate (30 Tage nach Entlassung) 0,075 für Entlassungen, die fünf oder mehr Jahre vor dem Wechsel lagen. Diese Rate war mehr oder weniger stabil bis ein oder zwei Jahre nach dem Wechsel. dann stieg die Rate auf 0,130. Drei oder mehr Jahre nach dem Wechsel fiel die Rate dann auf 0,105. Dies ist 0,03 höher als fünf Jahre vor dem Wechsel. Die Sechsmonats- und Einjahressterblichkeit verhielt sich entsprechend.

    Beim Wechsel aus Forprofit- in Nonprofit- oder öffentliche Trägerschaft fand sich kein entsprechender Anstieg der Mortalität. Die Sechsmonats- und Einjahressterblichkeit 3 Jahre nach dem Wechsel war niedriger als die Sterblichkeit 5 Jahre vor dem Wechsel.

    Weitere Ergebnisse waren: Beim Wechsel zu einem Forprofit-Krankenhaus stiegen die Operationszahlen signifikant, die Zahl der Betten nahm signifikant ab, die Zahl der Beschäftigten und die Löhne nahmen ebenfalls signifikant ab - jeweils am deutlichsten 1 bis 2 Jahre nach dem Wechsel.“

  • Studie
    Canadian Medical Association, 28.05.2002

    Ein systematischer Überblick und eine Metaanalyse von Studien, der Sterblichkeitsraten von privaten „Forprofit“- und „Nonprofit“-Krankenhäusern.

    Aus „Canadian Medical Association Journal (CMAJ)“ vom 28. Mai 2002, Seite 1399 bis 1406, P. J. Devereaux at all

    Es wurden 15 amerikanische Studien identifiziert, die einen Überblick über 26.399 Krankenhäuser und 36.402.558 Patienten gaben.

    Es wurde die Hospitalsterblichkeit bzw. die 30-Tage-Sterblichkeit nach Krankenhausentlassung ausgewertet, bezogen auf die Frage, ob es sich um ein privates „Forprofit“-Krankenhaus (gewinnorientiert) oder ein privates „Nonprofit“-Krankenhaus (gemeinnützig) handelt. Andere Einflüsse wie die unterschiedliche Schwere von Krankheitsbildern und der Einfluss des Status als Lehrkrankenhaus wurden statistisch eliminiert.

    Von den 14 Studien, die sich mit erwachsenen Patienten beschäftigten, hatten 6 eine statistisch signifikant erhöhte relatives Risiko zu sterben in privaten Forprofit-Krankenhäusern, 1 zeigte eine statistisch signifikant erhöhtes RR zu sterben in privaten Nonprofit-Krankenhäusern.

    Die Metaanalyse erbrachte folgende Ergebnisse:

    Für erwachsenen Patienten war das relative Risiko zu sterben statistisch signifikant in privaten Forprofit-Krankenhäusern erhöht (relatives Risiko 1,020).

    In der einen Perinatalstudie war das Sterberisiko in privaten Forprofit-Krankenhäusern ebeCanadian Medical Association Journal ebenfalls statistisch deutlich erhöht (relatives Risiko 1,095).

  • Stellungnahme
    Prof. Dr. Michael Simon, 01.03.2016

    „Die vielfach vorgebrachte Argumentation, die Einführung des DRG-Systems habe die „Wirtschaftlichkeit“ der Krankenhäuser verbessert, kann insofern nicht überzeugen, als ihr implizit ein sehr zweifelhafter Wirtschaftlichkeitsbegriff zugrunde liegt.“ (Kompensation von Unterfinanzierung durch Personalabbau, Fahlzahlsteigerungen, Orientierung auf lukrative Fälle u.ä.)

    Verbot von gewinnorientierten Krankenhäusern könnte verfassungswidrig sein; allerdings würde eine Wiedereinführung des Selbstkostendeckungsprinzips vermutlich einen faktischen Ausschluss profitorientierter Strategien bedeuten.